Pädagogische Ansätze und Orientierung

Die pädagogische Grundhaltung ist stark geprägt von Respekt, bedingungsloser Akzeptanz, Wertschätzung, Empathie und Kongruenz (vgl. Pädagogische Grundhaltung nach C. Rogers). Außerdem legen wir besonders viel Wert darauf, die Kinder in ihrer Selbständigkeit, Selbstachtung und ihrem Selbstbewusstsein zu unterstützen und fördern. Die Individualität und Lebenssituation jedes einzelnen Kindes steht für uns im Vordergrund und wird bei der dialogischen Planung von pädagogischen Aktivitäten und Projekten berücksichtigt. Bei der Ausgestaltung unseres Kita-Alltags und bei der Planung von Angeboten und Projekten orientieren wir uns durchgängig an den Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für das Land Rheinland-Pfalz.

Der situationsorientierte Ansatz und die Bedeutung des Freispiels

Das Rahmenkonzept aller städtischen Kitas in Mainz ist der situationsorientierte Ansatz. Die Bedürfnisse und Interessen der Kinder, sowie die Lebenswirklichkeit der einzelnen Kinder und Familien stehen im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Ziel des situationsorientierten Ansatzes ist es , Kinder unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft zu unterstützen, ihre Lebenswelt zu verstehen und selbstbestimmt, kompetent und verantwortungsvoll zu gestalten. Im Situationsansatz wird davon ausgegangen, dass Kinder ihre gewaltige Entwicklungsarbeit selbst leisten. Es wird darauf vertraut, dass Kinder ihre Entwicklung selbst steuern und Verantwortung für ihr eigenes Wohlbefinden übernehmen können. Die freie Persönlichkeitsentfaltung und Selbstverantwortlichkeit der Kinder ist uns besonders wichtig. Dies spiegelt sich im pädagogischen Alltag in der aktiven Partizipation der Kinder und dem Stellenwert des Freispiels wider. Lernen und Freispiel sind in unseren Augen eine untrennbare Einheit. Aus diesem Grund haben wir dem Freispiel in unserem Tagesablauf viel Raum zugestanden. Lernen bedeutet, selbstbestimmt zu forschen und zu experimentieren, die Welt neu zu erfinden und sich in seiner Lebenswelt selbsttätig, -verantwortlich und selbstbewusst bewegen zu können. Im Freispiel wird der Aufbau kognitiver, sozialer, emotionaler und motorischer Fähigkeiten gefördert. Ebenso werden Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Wahrnehmung und Kommunikationsfähigkeit geschult.

Teiloffenes Konzept / Gruppenübergreifende Arbeit

Grundsätzlich sind alle Kinder unserer Kita in ihren festen Gruppen mit den jeweiligen GruppenerzieherInnen zugeordnet. Die Gruppen werden alters- / entwicklungshomogen und geschlechterheterogen zusammengestellt, so dass eine optimale Betreuung und Entwicklungsunterstützung der Kinder sichergestellt sind. Damit wollen wir den Kindern größtmögliche Stabilität und einen geborgenen, vertrauensvollen Rahmen bieten, von dem aus die Kinder, ihrem Entwicklungsstand entsprechend, selbstbestimmt und selbsttätig auf Entdeckungsreise gehen können. Dieser geschützte Rahmen ist vor allem für die jungen Kinder unerlässlich. Um den Kindern auch Erfahrungen in einer altersgemischten Gruppe ermöglichen zu können, gestalten wir unsere Arbeit teiloffen. Die Kinder erhalten also Gelegenheit andere Gruppen zu besuchen und an gruppenübergreifenden Angeboten und Projekten teilzunehmen. Die Kinder können so lernen, miteinander zu kooperieren, die Konkurrenz sinkt. Gleichzeitig erhalten die Kinder Wahlfreiheit darüber zu entscheiden, ob sie an gelenkten Angeboten teilnehmen möchten oder sich lieber dem Freispiel widmen. Es kann mehr selbstbestimmtes, selbstgesteuertes Lernen stattfinden, jüngere Kinder lernen von den älteren und es gibt insgesamt mehr Anregungen und Entwicklungsanreize. Die älteren Kinder lernen, auf jüngere Rücksicht zu nehmen, sie an ihren Spielen teilhaben zu lassen und schulen so ihre Geduld und Ausdauer, sowie ihre Hilfsbereitschaft und Empathie. Alle Kinder können auf diese Weise ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Autonomie entwickeln und lernen mit ihren eigenen Bedürfnissen und Interessen umzugehen.

Eingewöhnung

Die Eingewöhnung der Kinder erfolgt nach dem „Berliner Eingewöhnungsmodell“ und soll den Kindern ein Vertrautwerden mit der neuen Umgebung und den Aufbau einer Beziehung zur/m ErzieherIn ermöglichen. Nähere Informationen zur Eingewöhnung finden Sie in den Broschüren zum Thema „Eingewöhnung“ der Stadt Mainz.

Beobachtung und Dokumentation

Die Entwicklung der Kinder wird von den ErzieherInnen genau beobachtet und anhand von Fotos, Videos, Notizen und Lerngeschichten dokumentiert. Dies wird in der Bildungsdokumentation/ dem Portfolio-Ordner eines jeden Kindes gesammelt und protokolliert. Die Ordner stehen für die Kinder jederzeit zugänglich in der Gruppe und bieten oft Anlass für anregende Gespräche zwischen Kind und ErzieherIn, aber auch unter den Kindern. Selbstverständlich freuen wir uns ganz besonders, wenn auch Sie hin und wieder die Gelegenheit ergreifen, sich von Ihrem Kind erzählen und zeigen zu lassen, welche Lern- und Entwicklungsschritte es in der Vergangenheit voller Stolz bewältigt hat. Wenn die Kinder zum Ende der Kindergartenzeit die Kita verlassen, bekommen sie ihren Portfolio-Ordner als Andenken an ihre Zeit in der Kita mit nach Hause. Die Beobachtungen der ErzieherInnen werden regelmäßig ausgewertet und protokolliert und dienen als Grundlage für die Entwicklungsgespräche, die einmal im Jahr für jedes Kind stattfinden. Falls von Ihrer Seite zusätzlicher Gesprächsbedarf bestehen sollte, können Sie uns selbstverständlich jederzeit ansprechen und wir vereinbaren gern zeitnah einen Gesprächstermin.

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft / Elternarbeit

Für die Kindergartenzeit vertrauen Sie uns Ihr Allerwichtigstes an, Ihr Kind. Dadurch entsteht eine enge Erziehungspartnerschaft, die idealerweise auf Respekt, Wertschätzung und Vertrauen beruht. Dafür ist es wichtig, dass Sie mit Ihren Wünschen, Fragen und Sorgen zu uns kommen und offen darüber sprechen. Nur so können wir einen Rahmen schaffen, in dem sich Ihr Kind wohlfühlt und nicht in Loyalitätskonflikte gerät. Sie sind nach wie vor die wichtigste Bezugsperson für ihr Kind und darüber hinaus Experten für Ihr Kind. Eine individuelle und optimale Förderung der Kinder ist nur in Zusammenarbeit mit Ihnen, den Eltern, möglich. Wir streben eine gleichberechtigte Form der Erziehungspartnerschaft an, in der wechselseitige Erwartungen möglichst ausgeglichen befriedigt werden. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen ErzieherInnen und Eltern bildet die wesentliche Grundlage für die Bildungsoffenheit der Kinder. Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte werden zu Konstrukteuren kindlicher Bildung. Wir wünschen uns ein partnerschaftliches Verhältnis und Kooperation auf Grundlage eines gleichberechtigten Dialogs. Ein respektvoller Umgang miteinander und Kooperation bewirken, dass Kinder frei und neugierig der Welt begegnen, Erfahrungsschätze sammeln und von der Unterschiedlichkeit der erwachsenen Bezugspersonen profitieren können. Wir bieten Ihnen fest vereinbarte Gesprächstermine, Entwicklungs- und Reflexionsgespräche, Elternabende, Eltern-Kind-Aktivitäten, Feste und Feiern und versuchen selbstverständlich Tür-und-Angel-Gespräche im Kita-Alltag zu ermöglichen. Außerdem möchten wir unsere Arbeit so transparent wie möglich gestalten und Sie hin und wieder an der Gestaltung von Angeboten und Projekten beteiligen. Über regelmäßiges Feedback Ihrerseits freuen wir uns sehr.